Glasnost („Offenheit“) und Perestroika („Umbau“) hat er Ende der 80er versprochen. Zwanzig Jahre später sind sie nun auch im weißen Haus angekommen. Obama verspricht eine neue „Ära der Offenheit“ und „Change“ war ja schon sein alles beherrschendes Wahlkampfmotto. Bei Gorbatschow war das der Anfang vom Ende eines alten überlebten Systems, weil die Offenheit dazu führte, dass nicht mehr zu übersehen war, das der Umbau zu spät kommt um die Systemkrise aufzuhalten. Mit einem alten und überlebten System in der Krise hat es auch Obama zu tun. Hat er von seinem Vorgänger im Osten gelernt? Wer wird der Jelzin von Washington? Bleibt uns diesmal ein Tschernobyl erspart?
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Gorbatschow im weißen Haus
Verfasst von Benni am Januar 21, 2009
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Gesell im Praxistest
Verfasst von Benni am Dezember 16, 2008
Na, da werden die Gesellianer sich jetzt aber freuen. Die Zentralbank der Weltleitwährung senkt die Zinsen auf quasi Null. Nach ihrer wirren Theorie ist damit der Kapitalismus also beendet. Herzlichen Glückwunsch.
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Kommt der ganz große Crash?
Verfasst von Benni am November 13, 2008
Den großen Crash hatten wir ja schon. Kommt vielleicht noch der ganz große? Also Krise nicht mehr nur auf Stufe 3, sondern Stufe 4 oder gar 5? Also nicht nur eine Krise des Akkumulationsmodells, sondern eine der Hegemonie oder gar des Systems? Zwei Punkte in der aktuellen Entwicklung sprechen dafür:
- Viel wird dabei davon abhängen ob es gelingt das Finanzsystem komplett neu zu gestalten. Das Wort von „Bretton Woods 2″ geistert ja schon rum. Und nötig ist ein solcher Schritt auf jeden Fall. Aber noch sehe ich nicht, dass sie sich werden einigen können. Das liegt natürlich genau an der geschwächten US-Hegemonie. DIe US-Regierung wird nicht in der Lage sein ihre Sicht der Dinge durchzusetzen. Gleichzeitig gibt es aber noch keinen neuen Hegemon und auf absehbare Zeit ist auch niemand in Sicht. Ohne Einigung aber kein neues Weltfinanzsystem. Natürlich wird es irgendwelche eher kosmetischen Änderungen geben, schließlich muß ja Handlungsfähigkeit demonstriert werden. Aber ich vermute mal, dass sich das eher an der Oberfläche bewegen wird und radikale Schritte, die nötig wären um das System am Laufen zu halten, wird es nicht geben können.
- Was auch immer die Ursachen der Krise im Detail seien mögen, einig sind sich eigentlich alle, dass es ein zuviel an Kredit gab. Nun gibt es im Krisenmanagement jede Menge unterschiedlicher Methoden. Sie haben aber alle den selben Kern: Noch mehr Kredit. Das kann natürlich auf lange Sicht nicht gutgehen. Dabei ist es eigentlich auch unerheblich wer den Kredit vergibt, der Staat oder die Banken. Am Ende zahlen die Zeche so oder so wir. Und es ist da auch immer noch kein Ende abzusehen. Noch hat das Faß keinen Boden.
Das sagt natürlich alles nichts darüber ob es nicht vielleicht andere Tendenzen gibt, die den ganz großen Crash vielleicht doch noch verhindern (die müssten aber ziemlich stark sein) oder ob das ganze apruppt oder eher schleichend verlaufen wird und in welchem Zeitraum es passiert.
Was also tun? Menschliche Beziehungen stärken und sich mit dem Nötigsten eindecken! Zumindestens letzteres werde ich heute dann mal tun.
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Anstatt eines Kommentars
Verfasst von Benni am Oktober 26, 2008
Da es beim ansonsten lesenswerten Mond leider immer noch keine Kommentarfunktion gibt, dann eben hier. Er schreibt über Krise und verkürzte Kritik ganz richtig:
„Schuld am Desaster, so ist es jetzt in vielen online-Foren zu lesen, ist angeblich die „Gier“ – damit verbunden die Forderung nach „moralischer Erneuerung“. Was vergessen wird ist, dass Gewinne machen im Kapitalismus das allgemeine Ziel ist, dies ist zum teil Vertraglich vereinbart zum teil sogar Gesetzlich vorgeschrieben.“
Nur wie man nach so einer Einleitung dann weitermachen kann mit:
„Es darf natürlich nicht vergessen werden, dass sich die neoliberale-Ideologie nicht deswegen durchsetze weil die Argumente so überzeugend waren sondern weil es eine Klasse gab die diese Ideologie benötigte. Die Industriellen, Aktien-BesitzerInnen und ihre Helfer benötigten eine ideologische Grundlage die ihnen bescheinigte „das Richtige zu tun“.“
Da ist es dann also doch wieder eine Gruppe von Schuldigen, die man ausdeuten kann. Zugegeben, dass Handeln vom Menschen ist auch im Kapitalismus nicht egal. Wenn es so wäre könnten wir uns das drüber aufregen ja auch sparen. Aber dennoch empfinde ich es auch als verkürzte Kritik, wenn die Durchsetzung des Neoliberalismus als simple Interessenpolitik abgetan wird. Das erklärt nicht, dass die Gesellschaft in ihrer Breite – auch jenseits dieser Gruppen – auf den neuen Kurs eingeschwenkt ist. Naheliegender finde ich es dann schon drüber nachzudenken, was die objektiven Vorteile waren, die dazu geführt haben, dass sich der Neoliberalismus durchsetzen konnte. Die subjektiven Interessen sind eh immer klar. Nur warum haben sie sich genau auf diese Weise geäussert? Meine Antwort wäre: Weil das alte fordistische Akkumulationsmodell nicht mehr funktioniert hat. Der Kapitalismus war in der Krise (Stufe 3). So wie heute wieder. Seine Abschaffung konnte damals nicht durchgesetzt werden, also musste ein neues Modell her. Die Folgen dieses Versuches sehen wir heute. Die damalige Krise wurde auf heute verschoben. Das sagt natürlich noch nichts darüber aus, wie die Lösung diesmal aussehen wird und ob es überhaupt eine gibt.
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Das Ende von Post und Neo?
Verfasst von Benni am Oktober 16, 2008
Der Neoliberalismus wird ja schon allerorten zu Grabe getragen. Jetzt soll auch die Postmoderne gleich mit sterben gehen. Sagen zumindestens diejenigen, die sie scheinbar nie verstanden haben (auch wenn ich mich natürlich dem Wunsch anschließe anstatt immer neue Säue durchs akademische Dorf zu jagen mal auf die richtige Saujagd zu gehen).
Na, mir solls recht sein. Komisch, dass bei diesem oberflächlichen Postmodernenbashing immer nur von Lyotard, Derrida und Baudrillard aber nie von Foucault und Deleuze die Rede ist. Vielleicht trennt sich ja dann endlich mal die Spreu vom Weizen anstatt immer alles in einen Topf zu rühren.
Ist das jetzt also das Ende der Vorsilbenzeit? Wir werden wohl eher noch eine Weile mit dem Post-Neoliberalismus und der Neo-Postmoderne leben müssen. Zumindestens so lange bis endlich was wird aus dem Proto-Kommunismus.
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Finanzhomöopathie
Verfasst von Benni am Oktober 13, 2008
Homöopathie ist die Behandlung von Symptomen mit genau den Mitteln, die diese Symptome hervorrufen.
Eine der Ursachen der Finanzkrise ist unbestritten, dass Kredite ohne jede Sicherheit vergeben wurden.
Die Staaten bürgen jetzt für Kredite ohne jede Sicherheit oder kaufen faule Kredite ohne Sicherheit auf.
Homöopathie ist übrigens nachgewiesenermaßen unwirksam.
Das einzige was an dieser Therapie der Finanzkrise nicht homöopathisch ist, ist die Dosis. Homöopathische Medizin in nicht-homöopathischer Dosis ist meistens giftig.
Aber auf mich hört ja wieder kein Schwein.
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Geld weg?
Verfasst von Benni am Oktober 12, 2008
Seit Tagen versuche ich mir darüber klar zu werden, wie denn das jetzt ist mit dem Geld. Ist jetzt wirklich Geld vernichtet worden durch die Krise oder hat es nur jemand anders? Das ist ja für die mittel- und langfristige Beurteilung wie es jetzt weiter geht mit dem Kapitalismus nicht unerheblich.
Glücklicherweise belehrt mich jetzt die Frankfurter Rundschau darüber, dass das niemand so genau weiß. Puh, ich dachte schon, ich bin einfach nur zu blöd. Natürlich steht sowas nur im Feuilleton, nicht im Wirtschaftsteil, wo es hingehört. Geld, mal wieder ein Mysterium. Und, nein weder Marxisten noch Gesellianer noch andere mehr oder weniger kritische Geister können das erklären, obwohl sie es seit langem versuchen. Ganz zu schweigen natürlich von der Mainstream-Wirtschaftstheorie, die einfach antwortet, die Frage sei falsch gestellt. Wenn eine Frage, die über die Zukunft unseres Gesellschaftssystem entscheidet, falsch gestellt sein kann, dann ist die Wissenschaft, die sowas behauptet wohl selber irgendwie falsch oder zumindestens ziemlich irrelevant.
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Der Kapitalismus ist ein Schwein!
Verfasst von Benni am Oktober 11, 2008
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Kapitalismus konkret
Verfasst von Benni am April 8, 2008
Bekanntlich brummt der Kapitalismus im globalen Maßstab seit Jahren ganz ordentlich. Die Wachstumsraten steigen ebenso wie die Anzahl der Beschäftigten. Also ist doch alles bestens könnte man meinen. Gerade in Boomzeiten lässt sich aber immer sehr gut beobachten wie völlig egal dem Selbstzweckmonster namens Kapitalismus die Bedürfnisse der Menschen sind. Ein paar Zahlen aus der heutigen Frankfurter Rundschau verdeutlichen das sehr gut:
„Eine Studie der Weltbank geht davon aus, dass bei jedem Prozentpunkt, um den sich Grundnahrungsmittel verteuern, die Zahl der Menschen ohne gesicherten Zugang zu Lebensmitteln global um 16 Millionen ansteigt.“ (Quelle)
gleichzeitig sieht man auf dieser Grafik, dass sich viele Lebensmittelpreise in den letzten Jahren vervierfacht haben. Wer es erträgt mag sich ausrechnen, was das zusammengenommen bedeutet.
Noch bizarrer wird es, wenn man nach den Ursachen guckt. Neben dem Biofuelboom sind das nämlich zum einen gerade das starke Wachstum in Asien, da dieses zu einer vermehrten Nachfrage nach Fleisch und Milch – und damit Futtermitteln – führt. Zum anderen führt aber die Finanzmarktkrise dazu, dass sich verdammt viel Geld neue Anlagefelder suchen muß und da haben sie sich halt gerade den Lebensmittelmarkt rausgesucht und treiben so die Preise noch weiter an. Krise und Boom geben sich in der Menschenfeindlichkeit die Hand.
Was lernen wir daraus: Egal wie es dem Kapitalismus geht, den Menschen geht es immer schlecht dabei.
Update: Kaum schrieb ich das hier lese ich eine solche Überschrift in der FAZ: „Die Ökonomie entdeckt die Menschlichkeit„. Hm… Zynismus?
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Die Angst der Manager
Verfasst von Benni am April 6, 2008
„Die Bürger stellen die Systemfrage… Bislang gärt der Frust im Stillen. Ganz langsam und fast unsichtbar höhlt er die westlichen Marktdemokratien von innen aus.“
Das schreibt nicht etwa die Junge Welt sondern das Manager Magazin und wird in einem für ein liberales Medium tatsächlich erstaunlich kapitalismuskritischen Artikel der Zeit (via) zitiert. Es ist ja nun nicht so, dass neben den Kapitalismusapologien auf der ersten Seite in der Zeit oder der FAZ nicht auch schon immer mal was kritisches im Feuietton geschrieben worden wäre. Aber meistens sind das moraltriefende Werke. Davon ist das hier erfrischend weit weg. So endet der Artikel dann auch folgerichtig:
„Übrigens, das manager magazin hat auch verraten, was junge Führungskräfte am meisten fürchten: dass eines Tages wieder Barrikaden brennen.“
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