Eigentlich wollte ich darüber bloggen, dass ich gerade gefühlte hundert mal am Tag eine Kinder-Hörspiel-CD namens “Connie backt Pizza” hören muß und daß es im Intro-Lied dort heißt “Connie - mit der Schleife im Haar”, was ich aber auch nach widerholtem angestrengtem hinhören einfach nicht anders hören kann als “Connie - mit der Scheiße im Haar”. Frauke geht es genauso, die behauptet sogar das sei Absicht.
Als ersten Schritt zu so einem weltbewegenden Blogposting braucht es natürlich eine gründliche Recherche! Also hab ich einfach mal nach “Connie mit der Scheiße im Haar” gegoogelt (Das war der Punkt wo ich mir genüßlich die Augen des Webmasters bei der Durchsicht der Refererstatistiken vorgestellt habe) … und siehe da, ich bin nicht alleine. Es geht auch anderen so. Und die können das alles auch noch viel schöner in Worte fassen, als ich es je könnte. Also lass ich es und verlinke einfach.
Mein dreijähriger Sohn sagte heute morgen zu Frauke: “Du bist ein heiliger Berg”. Ok, sie war wenig geschmeichelt. Ich war dann auch schnell ein “heiliger Berg” und er fing an auf uns im Bett rumzuklettern. Wir waren etwas verwirrt, woher er diese Idee vom heiligen Berg hatte. Frauke verdächtigte sofort World of Warcraft, aber da gibt es meines Wissens nach keinen heiligen Berg. An die Sittenwächter: Nein, mein Dreijähriger spielt nicht WoW, er guckt nur manchmal zu, wenn ich rumfliege.
Als wir ihn gefragt haben, wo er das her hatte, brachte er irgendwann ein Buch an. Erstaunlicherweise eines, das zwar bei ihm im Zimmer steht, dass wir ihm aber noch nie vorgelesen haben. Ist ja auch kein Bilderbuch und nicht wirklich altersgemäß. Auf dem Cover war auch kein Berg zu erkennen oder so. Trotzdem war es ein Volltreffer.
Leider versteh ich nur die Hälfte, aber ich denke, die andere Hälfte kann man sich vorstellen.
Eigentlich lustig (oder vielmehr traurig), wie ähnlich sich die Sprüche im Deutschen und im Englischen sind.
Aus dem Hause unserer ach so liberalen Familienministerin kommt ein bizarrer Indizierungsversuch für ein religionskritisches Kinderbuch. Besonders bizarr: “Wo bitte gehts zu Gott fragte das kleine Ferkel” wird u.a. vorgeworfen es sei antisemitisch. Auf der Seite zum Buch nimmt einer der Autoren folgendermassen Stellung:
Autor Schmidt-Salomon, der aufgrund seines jüdisch klingenden Namens selbst seit Jahren Zielscheibe antisemitischer Propaganda ist, findet diese Behauptung „ungeheuerlich”: „Dieser Antisemitismusvorwurf ist nichts weiter als ein fadenscheiniger Vorwand, um Religionskritik aus den Kinderstuben zu verbannen! Offensichtlich hat es einige Leute irritiert, dass sich das Ferkelbuch in der Weihnachtszeit besser verkaufte als die traditionelle, apologetisch-religiöse Kinderliteratur. Also hat man nach einer Möglichkeit gesucht, um dem einen Riegel vorzuschieben. Doch mit dem Antisemitismusvorwurf spaßt man nicht! Und bei mir, der ich als humanistischer Philosoph ganz wesentlich durch säkulare Juden wie Freud, Einstein, Marx oder Erich Fromm geprägt bin, sind die Damen und Herren des Ministeriums nun wirklich an der falschen Adresse gelandet!”
Schmidt-Salomon, dessen „Manifest des evolutionären Humanismus” zu den meistverkauften dezidiert humanistischen Büchern der letzten Jahre zählt, war noch vor wenigen Monaten in iranischen Medien als „zionistischer Agent Israels” bezeichnet worden, da er als Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung die PR-Kampagne „Wir haben abgeschworen!” des „Zentralrats der Ex-Muslime” geleitet hatte. „Insofern bedeutet der Antisemitismusvorwurf eine interessante Erweiterung meines Portfolios!”, scherzt der Philosoph bitter. „So viele antisemitische jüdische Agenten dürfte es ja nicht geben…”
Ich kenne das Buch nicht, aber der Verdacht, dass da eher die eigenen antisemtischen Vorurteile bei den Zensoren eine Rolle spielen als wirklicher Antisemitismus liegt doch nahe. So heisst es dort auch weiter über den Zeichner:
Fassungslos habe er zur Kenntnis genommen, sagt Nyncke, dass die Antragsteller in dem Handgemenge zwischen den streitenden Gottesdienern ausgerechnet dem Rabbi Mordabsichten unterstellten, diese aber weder beim Bischof noch beim Mufti zu entdecken glaubten. Eine so offensichtliche Projektion der eigenen vorurteilsgeprägten Sichtweise auf eine ganz anders gemeinte bildliche Darstellung sei „an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten”.
Das gute daran: Eine bessere Werbung gibts wohl nicht. [via]
Ok, mancher mag es für verfrüht halten, aber wenn jetzt selbst die FAZ an Rolands Stuhl sägt, ist seine Zeit wohl endgültig gekommen. Und dann auch noch im ureigensten CDU-Thema “unsere Familie”. Deswegen hier dann auch schon mal den Abgesang:
Franz Schäfer schreibt einen sehr schönen Artikel darüber, was eigentlich das Problem ist mit dem Kapitalismus und der enthält den wirklich wunderbaren Satz:
“Wer den Kapitalismus nicht überwinden will hat ihn nicht verstanden.“
Natürlich hab ich trotzdem was zu meckern:
Einen extrem wichtigen Punkt hat Franz vergessen: Der Kapitalismus ist immer angewiesen auf ein Außen, auf Arbeit die getan wird ohne ausreichend bezahlt zu werden. Reproduktionsarbeit, Caring Labour, etc. Der Kapitalismus wird niemals seine Kinder zu 100% selber großziehen können. Nanny-Kapitalismus ist ein Ding der Unmöglichkeit. Statt dessen wird ein existenziell wichtiger Teil menschlichen Lebens abgespalten und aussortiert. Darunter leiden die Menschen alle - aber am meisten die Kinder, die Alten und Kranken. Und dann leiden diejenigen, die in einer Gesellschaft, die sie nicht vorsieht, dennoch diese Tätigkeiten ausüben müssen: meistens Frauen. Dieser Punkt ist leicht zu übersehen, weil er natürlich nicht nur im Kapitalismus ein Problem ist, sondern auch in vielen anderen, älteren patriarchalen Gesellschaftsformen. Dennoch gibt es auch heute noch Matriarchate, die zumindestens dieses Problem nicht haben oder nicht in diesem Ausmaß. Leseempfehlung dazu: Das Matrarchat-Blog von Hannelore Vonier, das eine gute Inspirationsquelle ist.
Und noch eine kleine Anmerkung: Franz schreibt zum Schluß:
“Interessant für einen weiteren Artikel ist es sicherlich sich einmal genauer anzusehen welche dieser Nachteile schon in der Marktwirtschaft ihre Wurzeln haben und wo „erst“ der Kapitalismus die Probleme bringt. “
Hm. Was ist “Marktwirtschaft” anderes als ein Euphemismus für “Kapitalismus”? Deswegen versteh ich den Sinn dieser Frage nicht so ganz. Na, aber das wird Franz ja dann vielleicht demnächst erklären.
Heute morgen mache ich mich frohgemut daran ein bisschen Updatearbeit für keimform.de zu machen. Ich logg mich also ein und bastel ein bisschen rum - zack Disconnect. Hm, na sowas denk ich, ob da wohl was mit dem Server nicht stimmt, der neigt ja dummerweise dazu einen schnell rauszuschmeißen … Also nochmal, nach ein zwei Befehlen, wieder: Disconnect. Oh, da ist wohl was kaputt.
Zu dem Zeitpunkt fällt mir auf, dass ich in unserem irc-Channel schon den dritten Nick verpasst bekommen hab, also scheint wohl die gesamte DSL-Verbindung jeweils down zu sein. Komisch, denk ich noch, was hat denn keimform.de mit meiner DSL-Verbindung zu schaffen. Spätestens da kommen natürlich die ersten schwarzen Gedanken hoch: Virus, Hacker, BKA!
Ok, jetzt also erstmal verifizieren ob es wirklich mit dem ssh-login bei keimform zu tun hat. Und tatsächlich: Es lässt sich reproduzieren, jedes mal wenn ich mich einlogge: Zack, Disconnect und zwar die komplette DSL-Verbindung. Ich fange an zu überlegen, hm… vielleicht ein Trojaner auf dem DSL-Router? Oder bei Keimform? Oder bei beiden? Das macht alles nicht wirklich Sinn. Ok, bevor ich die (unverschämt teure) Hotline des Providers anrufe trink ich erst mal nen Tee, denk ich mir. Auf dem Weg zum Tee komm ich bei meinem dreijährigen Sohn vorbei, der fröhlich spielend in seinem Zimmer rumhüpft. Unter anderem spielt er auch mit einem alten ausrangierten Telefon … und das hat er im Wohnzimmer in die Telefondose gesteckt … und die ist mit meiner Dose parallelgeschaltet (fragt nicht warum, das ist eine andere lange Geschichte) … tja, Stecker raus, herzlich gelacht, geht alles wieder.
Das eigentliche Rätsel bleibt nun aber, wie es Lino gelingen konnte immer dann die Verbindung zu resetten, wenn ich mich auf keimform.de eingeloggt hab und zwar bestimmt fünf mal! Das kann ja kein Zufall mehr sein. Die einzige Erklärung ist unbewusste Telepathie. Hilfe, mein Sohn ist ein Mutant!