Der ultimative Feedreader

Mit Feedreadern ist es wohl wie mit Mailreadern. Michael Elkins sagte von seinem ja bekanntlich: „All mail clients suck. This one just sucks less.“ Aber da dieses Genre ja noch ein paar Jährchen weniger auf dem Buckel hat, gibt es meiner Meinung nach immer noch nur richtig großen Mist. Wenn man den Mail-Vergleich aufrecht erhalten will, befinden wir uns immer noch im Zeitalter von elm.

Ich benutze zur Zeit den Google-Reader aber eher mangels Alternative. Vor allem stört mich da die Datenschutz-Katastrophe mit der das Lesen dort verbunden ist. Neben der generellen Benutzerführung, die ich auch ganz ok finde, möchte ich drei Funktionen an ihm aber auf keinen Fall mehr missen und deswegen würde mein ultimativer Feedreader diese auf jeden Fall auch haben müssen:

  • Mit einem Mausklick kann man einen Artikel in einen öffentlich einsehbaren Empfehlungsfeed bugsieren. Mit möglichst wenigen weiteren Tastendrücken kann man ihn in einen getaggten Feed schieben.
  • Durch einfaches Gruppieren der Feeds in Folder kann man eigene Feeds generieren.
  • Artikel die in einem Feed mal angezeigt wurden werden in einem anderen als gelesen markiert.

Mit diesen Funktionen (und noch ein paar anderen Tools) bauen wir auf keimform.de unseren Empfehlungsfeed zusammen und ich hier meinen. Solche Feeds würde ich mir im übrigen von noch viel mehr Leuten wünschen. Zu einem eigentlichen Vorurteilssystem fehlt dann eigentlich nicht mehr viel, womit wir bei dem ersten Wunsch-Feature für meinen ultimativen Feedreader wären:

  • Man kann Foldern sagen, dass sie einen Artikel erst dann in ihren Feed aufnehmen sollen, wenn er in einer einstellbaren Anzahl von Feeds enthalten ist. Damit könnte man Aufmerksamkeits-Schwellenwerte festlegen und so auch Empfehlungsfeeds mit größeren Gruppen von Leuten sinnvoll füttern als wir das zur Zeit tun.

Dann ergibt sich einiges aus den Datenschutzproblemen des Google-Readers. Datenschutz bedeutet hier ja vor allem, dass niemand – und vor allem keine Zentrale – erfährt was ich lese. Was ich empfehle darf natürlich schon jeder wissen, das ist ja Sinn der Sache.

  • Der Reader sollte Freie Software sein. Nur so ist so weit wie möglich gewährleistet, dass nicht doch irgendein Unfug mit den Daten angestellt wird.
  • Er sollte sowohl als Webanwendung als auch als normale Anwendung laufen.
  • Er sollte durchaus auch von zentralen Anbietern angeboten werden können, man kann ja jederzeit wechseln.

Daraus folgt dann eigentlich direkt eine Zweiteilung in eine Readerkomponente (bzw. zwei, einmal im Web und einmal nicht) und eine Veröffentlichunskomponente. Es würde sich dann anbieten zunächst einmal das Protokoll zwischen diesen beiden Komponenten zu definieren und erst dann die eigentlichen Implementationen. Aber vielleicht gibt es sowas längst?

Klingt das für noch jemanden außer mir interessant?

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4 Kommentare on “Der ultimative Feedreader”

  1. thomaskalka sagt:

    Klingt das für noch jemanden außer mir interessant?

    Ja klar. Für mich.

    Bin aber auch über nichts brauchbareres gestolpert.

    Wenn Du mit diesem Text aber eine Implementation obiger Vorschläge unterstützen willst, sollte er auch noch auf englisch verfügbar sein.

  2. Benni sagt:

    Wer das übersetzen will oder was ähnliches auf Englisch verfassen: Nur zu.

    Was mich angeht sehe ich da gerade keinen Gewinn für mich. Mein Englisch ist einfach zu schlecht um dadrin „brainzustormen“ (das Wort passt ja ganz gut zur Illustration 😉 ).

  3. Benni sagt:

    Ideal wäre natürlich noch ein Reader, der auch andere Services integrieren könnte. Praktisch fände ich persönlich vor allem email. Momentan ist meine Empfehlungsinfrastruktur nervig gespalten zwischen Feeds und Mailinglisten. Das hätte ich gerne in einem Client vereint. News wäre auch noch denkbar, aber das ist ja eher Tod (also zumindestens für mich).

  4. Benni sagt:

    Womöglich wurde mein Flehen zumindestens teilweise erhört: http://tt-rss.org/trac/wiki

    Habs aber noch nicht getestet. Nachteil scheint zu sein, dass man es selber installieren muß auf einem eigenen Server, was natürlich schon eine Hürde ist.


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