Kapitalismus konkret

Bekanntlich brummt der Kapitalismus im globalen Maßstab seit Jahren ganz ordentlich. Die Wachstumsraten steigen ebenso wie die Anzahl der Beschäftigten. Also ist doch alles bestens könnte man meinen. Gerade in Boomzeiten lässt sich aber immer sehr gut beobachten wie völlig egal dem Selbstzweckmonster namens Kapitalismus die Bedürfnisse der Menschen sind. Ein paar Zahlen aus der heutigen Frankfurter Rundschau verdeutlichen das sehr gut:

„Eine Studie der Weltbank geht davon aus, dass bei jedem Prozentpunkt, um den sich Grundnahrungsmittel verteuern, die Zahl der Menschen ohne gesicherten Zugang zu Lebensmitteln global um 16 Millionen ansteigt.“ (Quelle)

gleichzeitig sieht man auf dieser Grafik, dass sich viele Lebensmittelpreise in den letzten Jahren vervierfacht haben. Wer es erträgt mag sich ausrechnen, was das zusammengenommen bedeutet.

Noch bizarrer wird es, wenn man nach den Ursachen guckt. Neben dem Biofuelboom sind das nämlich zum einen gerade das starke Wachstum in Asien, da dieses zu einer vermehrten Nachfrage nach Fleisch und Milch – und damit Futtermitteln – führt. Zum anderen führt aber die Finanzmarktkrise dazu, dass sich verdammt viel Geld neue Anlagefelder suchen muß und da haben sie sich halt gerade den Lebensmittelmarkt rausgesucht und treiben so die Preise noch weiter an. Krise und Boom geben sich in der Menschenfeindlichkeit die Hand.

Was lernen wir daraus: Egal wie es dem Kapitalismus geht, den Menschen geht es immer schlecht dabei.

Update: Kaum schrieb ich das hier lese ich eine solche Überschrift in der FAZ: „Die Ökonomie entdeckt die Menschlichkeit„. Hm… Zynismus?

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