Das Ende von Post und Neo?

Der Neoliberalismus wird ja schon allerorten zu Grabe getragen. Jetzt soll auch die Postmoderne gleich mit sterben gehen. Sagen zumindestens diejenigen, die sie scheinbar nie verstanden haben (auch wenn ich mich natürlich dem Wunsch anschließe anstatt immer neue Säue durchs akademische Dorf zu jagen mal auf die richtige Saujagd zu gehen).

Na, mir solls recht sein. Komisch, dass bei diesem oberflächlichen Postmodernenbashing immer nur von Lyotard, Derrida und Baudrillard aber nie von Foucault und Deleuze die Rede ist. Vielleicht trennt sich ja dann endlich mal die Spreu vom Weizen anstatt immer alles in einen Topf zu rühren.

Ist das jetzt also das Ende der Vorsilbenzeit? Wir werden wohl eher noch eine Weile mit dem Post-Neoliberalismus und der Neo-Postmoderne leben müssen. Zumindestens so lange bis endlich was wird aus dem Proto-Kommunismus.

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5 Kommentare on “Das Ende von Post und Neo?”

  1. Tioum sagt:

    Wenn du eine Kritik an Foucault lesen willst, dann sei dir Jan Rehmanns «Postmoderner Links-Nitzscheanismus» ans Herz gelegt. In meinem Kommentärchen ging es kaum um eine fundierte Kritik, wie du ja selber festgestellt hast.

  2. Benni sagt:

    @Tioum: Ne, das war auch eigentlich nicht gegen Dich gerichtet. Diese Sorte Postmoderner gehören ja gebasht. Ich fände es nur schade, wenn dabei die notwendige Weiterentwicklung dialektischen Denkens gleich mit den Bach runter ginge. Und dafür hab ich mal exemplarisch Foucault und Deleuze hingestellt. Danke für den Literaturtipp. Aber diese Rezension lässt mich zweifeln ob sich die Mühe lohnt.

  3. Rainer sagt:

    nö, eigentlich hab ich ihn nicht zu grabe getragen, den neoliberalismus. erstens: seine „blüte“ sei vorbei. und zweitens: in der vielfalt der varities of neoliberalism ist der radikale marktliberalismus, der ja auch vor allem in england, aber auch in neuseeland, dänemark, holland etc. reichlich federn lassen musste, offensichtlich mehr als bloß ins stottern geraten. wenn der staat mal kurz 2 billionen dollar in das finanzsystem schaufelt, verabschiedet sich deshalb doch nicht der marktliberalismus und schon gar nicht der liberalismus. ich denke aber, dass dieser in seiner bislang tiefsten krise steckt – und das ist ja nicht bloß die zentrale finanzkrise, es brennt an vielen ecken.

  4. Das Ende der Postmoderne hat spätestens mit der Sokal-Affäre begonnen.

    Und Foucault hat sich dagegen verwehrt, mit der Postmoderne in einen Topf geworfen hat (was natürlich nicht heißt, dass er nicht gewisse Probleme und blinde Flecke mit dieser gemeinsam hätte).

  5. Benni sagt:

    @Christian: Alle Post(strukturalisten/modernen) haben sich dagegen gewehrt. Ist ja auch kein Wunder bei einer Theorie der Differenz…


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