Die Macht der Schulden oder die Macht der Ohnmacht

Geld ist geronnene Macht. Es ist die Möglichkeit Handlungen anderer Menschen zu bestimmen oder doch mindestens zu beeinflussen. Interessanterweise stimmt das nicht nur wenn man Geld hat, sondern auch wenn man Schulden hat. Sie müssen nur hoch genug sein.

Die Finanzkrise hat es endgültig deutlich gemacht: Ob ich 1 Billion Euro oder 1 Billion Euro Schulden habe macht nicht wirklich einen Unterschied. In beiden Fällen kann ich ähnlich viel Macht über andere Menschen ausüben.

Ebesno interessant: Es ist fast genauso schwer an 1 Billion Euro Schulden zu kommen wie an 1 Billion Euro. Erstaunlich oder?

Dummerweise funktioniert das im Kleinen nicht so symmetrisch. Mit 100 Euro habe ich durchaus bescheidene Macht über andere Menschen. Mit 100 Euro Schulden haben nur andere Macht über mich.

Wie kommt es zu diesem Umschlag von Ohnmacht in Macht? Ist das ein ähnlicher Prozeß wie der Umschlag von der Ohnmacht der Massen zur Macht der Revolte? Oder das genaue Gegenteil?

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3 Kommentare on “Die Macht der Schulden oder die Macht der Ohnmacht”

  1. 1000sunny sagt:

    Stimmt genau!!!
    Übrigens eine Billionen Schulden ist schon sehr schwer. Allerdings kann man vielen Menschen kleinere Beträge versprechen – damit hat man dann auch Schulden bei ihnen. Diese kann man dann ausbauen. Denn lieber schießt man ja nach, als dass man alles verliert. Ich glaube dieses System wird erfolgreich umgesetzt bei allen möglichen Betrügereien. Ich würde jetzt gerne schreiben: Ein Novum ist es, dass große Institutionen und Staaten das machen. Ist aber nicht so neu – ist ja deren Erfindung 🙂
    Lustig wird es vielleicht in einem halben Jahr, wenn dann genau dieser Effekt eintritt: Ähhh, die Rettungspakete haben uns nicht gerettet. Ihr könnt jetzt alles verlieren… oder noch einmal nachschießen. Und das noch im Wahljahr. Huiuiuiui

  2. Dirk sagt:

    Interessante Anregung diese Gedanken. Danke sehr!

    Ich frage mich ob diese Skalenunterschiede letztlich daher rühren, dass die Formel Geld=Schuld auch erst ab größeren Beträgen annähernd stimmt. Kleine Beträge lassen sich ja durch Bargeld darstellen, und Bargeld hat tatsächlich eine schuldenunabhängige physische Persistenz. Größere Beträge lassen sich tatsächlich nur mehr durch Schulden darstellen. Deshalb ergibt sich wohl ein ähnlicher Einfluss erst bei höheren Beträgen.

    Interessanter Link passend zum Thema: http://www.bundesbank.de/bildung/bildung_glossar_g.php#geldschoepfung

    Ich persönlich glaube, dass die Kapazitäten zur Geldschöpfung schwer an ihren Limits stehen. Die Schuldenkapazität ist bald ausgeschöpft und auch Mikrokredite scheinen mir ein Indiz zu sein, denn diese versuchen nichtkonventionelle Resourcen (wie beim Öl) zu noch höheren Zinsen anzubohren. Ob das ein Ende des Kapitalismus ist oder nur ein Zyklusende kann man wohl kaum absehen. Es fragt sich immer wieder, ob sich wieder Mitspieler für das Zinsspiel finden, wenn es gekracht hat.

  3. Benni sagt:

    @Dirk: Bei der Geldschöpfung kriselts übrigens auch auf interessante Weise.


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