Mein Wahlaufruf zur Europawahl

Aber was soll man bloß wählen? Ist doch alles das gleiche blöde Politikerpack!

Also, das ist doch ganz einfach! Ich mach mal den Erklärbär:

Die Grünen? Nee, die sind seit Kosovo bekanntlich einfach unwählbar. Und dass sie sich jetzt programmatisch wieder mehr den sozialen Bewegungen anbiedern ist nur peinlich und man merkt ihren Chefs ja auch förmlich an, dass sie ja schon wissen wie man mit sowas umgeht, wenn es denn dann mal Ernst werden sollte. Also: Unwählbar!

Die Linke? Denen geht es zu gut. Ich bin ja dafür, dass sie im Parlament sind, aber mehr muss auch nicht sein, so lange sie diese tendenziell kryptonationalistische, arbeitsfetischistische, micronationalbolschewistische Poltitk betreiben, die sich insbesondere in ihrem Chef Lafontaine manifestiert. Die emanzipatorischen Kräfte in dieser Partei sind zur Zeit eher auf dem Rückzug. Die wähl ich erst wieder, wenn sie drohen unter 5% zu fallen und dann auch vor allem um die gute Arbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung indirekt zu unterstützen.

SPD? Haha, war nur nen Witz. Höchstens aus Mitleid.

Irgendwelche Splitterparteien? Macht nicht wirklich einen Sinn. Mit einer Ausnahme:

Die Piraten! Natürlich kommen sie nicht über 5% (außer in Schweden, da sind sie inzwischen nach Mitgliedern drittgrößte Partei! – womit übrigens ihr Einzug ins Europaparlament fast sicher ist). Aber 0.5% wären auch schon ein Erfolg, das gibt nämlich Wahlkampfkostenerstattung und damit Geld für die wichtige neue Bewegung für Bürgerrechte, Datenschutz und ein freies Internet. Und das ist sehr realistisch, die Piraten erhalten gerade massiv Zulauf. Wir stehen da nämlich zur Zeit wirklich am Scheideweg zwischen neuen Möglichkeiten der Kooperation und neuen Möglichkeiten der Kontrolle. Die Eliten fangen gerade an aufzuwachen und zu merken, dass das Internet tatsächlich eine Bedrohung für sie sein könnte. Deswegen ist diese Bewegung genau jetzt so wichtig.

(Ihr habt doch alle die Petition unterzeichnet, ja?)

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15 Kommentare on “Mein Wahlaufruf zur Europawahl”

  1. StefanMz sagt:

    Wie wäre es mit gar nicht wählen? Na ja, ein wirklich gute Begründung habe ich nicht dafür. Mich nervt, dass quasi nur fast bis total marktfetischistische (modulo nen bisschen Regulation) Parteien kandidieren, und die Piraten gehören dazu. Die sind eine Einpunktpartei, aber sind sie mal drin (z.B. aus Schweden), stimmen sie über alles ab. Vielleicht beisst du dich dann in den Ar…

    • PurpurTentakel sagt:

      Gar nicht wählen heißt UNION/SPD wählen! Dann wähle lieber ungültig. Die Sitzverteilung errechnet sich auch bei der EU-Wahl prozentual aus den _abgegebenen_ Stimmen. (Ja nicht ganz ich weis.) Nachdem das Stimmvieh der Großen immer schön zur Wahl rennt, spielst Du denen in die Karten die Du nicht haben willst.

      Außerdem, sind die Themen der Piraten IMHO die Drängendsten. Nur ein freies Internet informiert über den Politik-Wirtschaftsfilz der über Wirtschafts- und Sozialpolitik entscheidet. Das Netz wird langsam von der Masse als zusätzliche Infoquelle begriffen. Dadurch wäre eine Transparenz möglich, die diesem Filz das Fürchten lehrt. Deshalb haben wir ja an allen Ecken und Enden Zensurbestrebungen.

  2. Benni sagt:

    Die schwedischen Piraten haben explizit angekündigt sich aus allem rauszuhalten, was nicht ihren einen Punkt betrifft. Die deutschen Piraten sind nicht marktradikal, sondern meistens uneinig in diesen Fragen. Garnicht wählen ist immer eine Option, die ich akzeptiere. Aber für mich haben Wahlen immer auch was spielerisches, deswegen mach ich da gerne mit. Der größte Zock, den wir zu bieten haben sozusagen 😉

  3. Hartmud Scholz sagt:

    Nicht wählen,Piraten wählen Dummheit kann mann leider nicht wählen.Und dan über den gewählten Parteien,und Regierungen meckern.Bravo

  4. Benni sagt:

    @Hartmud: Wie meinen?

  5. unvollkommen sagt:

    Ich finde ja, dass mensch sich überlegen kann, die Piraten-Partei zu wählen, weil sie eben besonders glaubwürdig bestimmte Themen vertreten und wenn sie einige Leute wählen, dann würde das vielleicht zumindest auffallen.
    Allerdings verstehe ich nicht, warum Die Linke ihre fähigsten Leute „weggemobbt“ haben soll. Hier ging es meines Wissens doch darum, dass die abgewählten Parlamentarierinnen und Parlamentarier die EU-„Verfassung“ unterstützt haben. Diese „Verfassung“ ist ein Sammelsurium von Verträgen (inzwischen ist sie ja auch nur noch ein neuer Vertrag), der mit Grundrechten relativ wenig zu tun hat und leider Militär und wirtschaftsliberale Ansichten unterstützt. Insofern kann ich es verstehen, dass diese Leute nicht mehr gewählt wurden. Oder hab ich da was falsch verstanden. Welche Verdienste sind denn diesen Leuten zuzurechnen?

  6. Benni sagt:

    @unvollkommen: Ich glaub da hast Du mich erwischt. Das war nur eine dunkle Erinnerung in meinem Hinterkopf. Ich kann es nicht näher definieren. Ich werds rausnehmen. Gründe gegen die Linke gibt es ja auch so immer noch genug, auch wenn ich sie selbst schon gewählt habe und vielleicht auch mal wieder wählen werde.

  7. Guido Strack sagt:

    Wie wäre es wenn Sie fürs erste die E-Petition zur Abschaffung der 5% Hürde bei der Europawahl unterstützen würden: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3922

  8. […] an den Rändern nach der Wahrheit fischen soll auch. Daher schließe ich mich kurz und bündig dem Bedeutungswirbel an: Wählt Piraten! Zur Bundestagswahl stehen dann hoffentlich wir […]

  9. romanmoeller sagt:

    Also für mich kommt die Piratenpartei überhaupt erst dann in den Bereich der Wählbarkeit, wenn sie sich von einer Themenpartei zu einer Partei, die Position bezieht zu allen gesellschaftlichen Themen. In den Fall erhöht sich auch das Wählerpotential schlagartig – wage ich mal zu vermuten.

    Ansonsten wird es natürlich zunehmend schwerer eine Partei zu finden, von der man sich als Wähler repräsentiert fühlt. Nicht wählen, Stimmzettel ungültig machen oder sogar aus reinem Protrest radikale Kräfte zu wählen ist in keinem Fall eine Lösung.

    • StefanMz sagt:

      Net zu hektisch lesen: Guidos E-Petition geht gegen die 5%-Hürde bei der Europawahl (warum nicht generell gegen 5%-Hürden?).

      • Benni sagt:

        Äh, ja, sorry für den falschen Link. Aber auch die hab ich schon längst unterschrieben. Nur bei der Europawahl wohl deswegen, weil da die sonst für die 5%-Hürde vorgebrachten (Schein-)Argumente (Zersplitterung) noch weniger greifen.

  10. […] der Piratenpartei nebenher im Livestream. Ich hatte ja zur Europawahl zur Wahl der Piratenpartei aufgerufen. Selbst bin ich zwar wohlwollender Beobachter aber kein Mitglied, weil ich viel zu sehr […]

  11. […] Europawahl hatte ich noch zur Wahl der Piratenpartei aufgerufen. Dazu stehe ich auch weiterhin. Seitdem hat sich diese Partei aber stürmisch entwickelt und […]


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