Der Kinderschutzbund erweist den Kindern einen Bärendienst

Der Deutsche Kinderschutzbund unterstützt die Internetsperren. Damit wenden sie sich nicht nur gegen das Internet – was man ihnen nicht verübeln könnte, schließlich heißen sie nicht Internetschutzbund. Schwerer wiegt, dass sie sich damit auch gegen die Kinder wenden. „Warum dass?“ Fragt der unbedarfte Beobachter. Ganz einfach: Diese Sperren sind nichts anderes als eine Hinweisliste für Freunde der Kinderpornographie. Früher oder später werden die Sperrlisten an die Öffentlichkeit kommen (und im Falle eines „unabhängigen“ Gremiums, dass sich die vermeintlichen Kinderschützer wünschen eher früher als später). Das Beispiel aus anderen Ländern hat das gezeigt. Und selbst wenn das nicht passieren sollte, kann man Suchmaschinen bauen, die nach den BKA-Stoppseiten Ausschau halten, diese dann umgehen und dem Klientel zur Verfügung stellen. Und dieses Verfahren funktioniert völlig unabhängig von der eingesetzten Sperrtechnik (Auch hier nützt eine schärfere Technik, wie sie sich der Kinderschutzbund wünscht nicht, schadet aber umso mehr dem freien Netz).

Angesichts dieses Zusammenhangs ist „unsere“ Kommunikation noch viel zu defensiv: Die Sperren nützen nicht nur nix, sie schaden nicht nur dem freien Internet, sondern auch den Kindern und nützen den Konsumenten von Kinderpornographie!

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6 Kommentare on “Der Kinderschutzbund erweist den Kindern einen Bärendienst”

  1. anouphagos sagt:

    Der Kinderschutzbund erfüllt wichtige beratende Funktionen, bspw. bei Missbrauchs- und Gewaltopfern. Aus politischen Fragen sollte er sich aber m.E. raushalten: das ist nicht sein Metier, davon versteht das (konservativ-sozialpädagogische) Personal nichts. Mich wundert es nicht, dass man sich im KSB hinter Zensursula stellt. Das passt zur Doktrin hinter dem ganzen Verein.

  2. Mit Emotionen lässt sich leider alles rechtfertigen. Da schaltet der Mensch das Gehirn aus.

    Kinder mit lachenden, fragenden, traurigen Augen lassen sich besonders gut vermarkten, ganz egal mit welcher Absicht, mensch reagiert sofort ohne nachzudenken.

    Nachdenken worüber? Es sind doch hilflose Kinder die es betrifft? Was sollte es da wohl zu Denken geben?

    Richtig es geht um hilflose Kinder und gerade deshalb ist Vorsicht angebracht, die Pflicht zum Denken geradezu Gebot.

    1. Wem nützt es?
    2. Wem schadet es?

    Es gilt die Absicht hinter der Fassade zu ergründen, erst wenn mensch dies überprüft hat, kann mensch entscheiden ob seine Hilfe schadet oder nicht.

    Was in unserer Gesellschaft zur Zeit so alles abläuft, macht mich wütend, und das Internet zeigt mir, dass ich nicht alleine bin mit meiner Wut. Jetzt wollen die mir diese Möglichkeit zur Informationfindung auch noch nehmen, natürlich, wie soll es auch anders sein – zum Schutze des Kindes.

    Mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln, werde ich versuchen an der Vereitelung dieses Vorhabens mit zu wirken. Ich weis ich bin nicht allein. Dieser Eintrag wie viele andere, beweisen mir dies.

    Liebe Grüße an den Seitenbetreiber
    Margitta Lamers

  3. Wir müssen zu einer sachlichen Argumentation kommen und dürfen den Dt. Kinderschutzbund nicht direkt angreifen, das bringt imo nur schlechte Publicity.

    J. Hauesler von Spreeblick und Spiegel-TV sehen dsa wahrsch. ähnlich, im sehenswerten Video war afaik von Schmähmails die Rede. Mehr dazu in meinem Blogbeitrag:
    http://computerversteher.wordpress.com/2009/05/15/pressespiegel-zu-internetsperren-bei-wsdv-aufruf-zur-diskussion/

    Wenn ihr wollt, könnt ihr gerne hier oder dort mitdiskutieren …

    Was habe ich eben in einer Mail geschrieben?

    Richtig, die Lobbyisten… in die Presse bringen, deswegen habe ich auch vor ein paar Tagen eine Mail an … geschickt.

    Der Kinderschutzbund gehört aber imho nicht zu den Lobbyisten, die leisten gute + unterstützenswerte Arbeit.

    Innocence in Danger + Julia von Weiler haben afaik auch schon ziemlich vielen misshandelten Kindern geholfen, alles ganz vernünftige SAchen. Bei denen geht mir aber die Lobbyarbeit gegen den Strich, Frau von Weiler war z.B. letztes Jahr bei einer Pressekonferenz beim BKA mit dabei. Den Link liefert Google oder mein Blogbeitrag „Lobbyismus durch Innocence in Danger“.

    In meinem Blog will ich auch noch was zu Lobbyismus bringen. interessant sit auch die Sache mit Open Access und irgendeinem Heidelberger Prof, stand vor einogen Tagen bei Heise, bin jetzt zu faul zum Googeln … Ok hier sind sie:
    http://www.heise.de/ct/Open-Access-und-die-Urheberrechte–/artikel/136558
    http://www.heise.de/newsticker/Schlagabtausch-zwischen-Befuerwortern-und-Gegnern-von-Open-Access–/meldung/137537

    Ganz wichtige Sache!

    Wir müssen auch weg von der Diskussion um KiPo und sollten mehr auf den Stellenwert eines freien netzes zur Infobeschaffung hinweisen, Bsp. Wikipedia. Das ist positiv besetzt und kommt in der Öffentlichket besser als KiPo.

    Dazu auch interessant:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/mail/137958

    Just my 2 cents

    sagt Computerversteher Chris aka CVC

  4. Benni sagt:

    @Computerversteher: Es stimmt, noch hat sich der Kinderschutzbund nicht aus der Deckung gewagt. Bisher sind alles nur Medienberichte. Ich hoffe ja auch, dass sie sich noch eines besseren Besinnen.


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