Die 10 Gebote des Internet

1. Ich bin das Internet, Dein Netz, dass Dich aus der Medienabhängigkeit geführt hat. Du sollst neben mir kein anderes Netz haben.

2. Du sollst Dich nicht in andere Netze begeben. Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld in die dritte und vierte Generation, bei denen, die mich lieben und auf die RFC achten, erweise ich Tausenden meine Huld.

3. Du sollst den Namen des Netzes nicht missbrauchen. Nenne niemals mich, das Internet, beim Namen eines seiner Teile „WWW“ und erst recht nicht umgekehrt.

4. Gedenke des Offline! An einem Tag der Woche sollst Du ihm huldigen. Sechs Tage darfst Du senden und empfangen. Der siebte Tag ist ein Ruhetag. Denn in sechs Tagen habe ich IRC, ftp, email, WWW und all die Protokolle erschaffen. Am siebten Tag ruhte ich und so sollst auch Du ruhen.

5. Ehre Deine Peers, deine Friends, Besucher, Kontakte und Abonnenten. Ehre Deine Follower und die, denen Du folgst, damit Du lange lebst in dem Land, dass ich Dir gebe.

6. Du sollst nicht DDoSen, nicht Viren und Würmer versenden. Und auch keinen Spam.

7. Du sollst mich nicht zensieren. Du sollst keine Stopp-Schilder aufstellen.

8. Du sollst die Netzneutralität achten.

9. Du sollst Zeugnis von Deinem Leben ablegen, Deine Gedanken mitteilen. Du sollst nicht nur empfangen, sondern auch senden. Ich bin nur Durch Dich.

10. Du sollst die Daten anderer Netzteilnehmer nicht begehren. Nicht ihre Datenbanken, Passwörter, Logins, Kontodaten und Fotos.


Verblüffende Fakten (8)

Ich hab mal wieder einen verblüffenden Fakt gefunden. Und zwar diesmal in „Kollaps“ von Jared Diamond auf Seite 605. Zumindest war mir das neu. Dort wird geschildert, dass es eine „Photosyntheseobergrenze“ gibt. Damit ist gemeint, dass nur eine begrenzte Menge der einfallenden Sonnenenergie auf der Erde durch Photosythese aufgefangen werden kann. Schon 1986 wurde geschätzt, dass etwa die Hälfte der weltweiten Photosynthesekapazität vom Menschen genutzt (zB. für Landwirtschaft oder Golfplätze) oder umgeleitet (zB. durch Straßen und Gebäude) wird. Schon Mitte dieses Jahrhunderts soll die Photosyntheseobergrenze der Landmassen aufgebraucht sein aktuellen Schätzungen zu Folge.


Crowdblog: Mitstreiter gesucht

Gerade wache ich mitten in der Nacht auf und habe eine Idee, die ich gerne verwirklichen würde. Es ist nicht besonders schwierig das umzusetzen, aber ich würde es trotzdem lieber mit anderen zusammen machen.

Worum gehts? Ich würde gerne einen Blog betreiben, der komplett crowdmässig funktioniert. Ich stelle mir das in etwa so vor: Es gibt zunächst eine Sammlung möglicher Themen. Dann wird darüber abgestimmt. Das Thema mit den meisten Stimmen wird genommen. Dieses Thema wird dann eine mehr oder weniger feste Zeitspanne lang (einen Tag, eine Woche, … das hängt vor allem an der Aktivität der Crowd) in einem Wiki bearbeitet und schließlich erklärt eine Redaktion den Artikel für fertig und postet ihn im Blog wo er dann auch wieder ganz normal blogmässig diskutiert werden kann. Die verschiedenen Prozesse (Themensammlung, Abstimmung, Artikel schreiben) könnten dabei durchaus parallel stattfinden, so dass man das nächste Thema schon sucht wenn man am ersten noch schreibt. Dadurch gäbe es immer mehrere Beteiligungsmöglichkeiten mit unterschiedlicher Zugangsschwelle. Es gäbe neben dem Beenden des Schreibprozesses auch noch andere betreuende Tätigkeiten, die man vielleicht lieber einer Redaktion überlassen könnte: Themen rausnehmen, die gerade erst dran waren, Kommentare moderieren, ähnliche Themen zu einem zusammenfassen, …

Technisch ist das mehr oder weniger trivial. Eine Blogsoftware, ein Abstimmungsplugin, ein Wiki, fertig. In absehbarer Zukunft macht es vielleicht Sinn, das ganze mit Google Wave zu betreiben. Tatsächlich sieht das fast aus wie die ideale Wave-Anwendung.

Als Lizenz würde ich CC-BY bevorzugen.

Die domains crowdblog.org, crowdblog.de und dasthema.de sind leider schon vergeben – wenn auch eher unbenutzt. Andere Ideen für einen passenden Domainnamen?

Oder gibt es das Ganze gar schon? So wahnsinnig originell ist die Idee ja nun auch wieder nicht… auch wenn sie mir gerade den Schlaf raubt. Hast Du Lust das mal auszuprobieren? Oder gar aktiv redaktionell, designmässig oder technisch mitzuarbeiten? Dann melde Dich hier in den Kommentaren. Mir reichen im Grunde schon 1-2 Leute, die wirklich Lust haben um loszulegen.


35 Jahre Freie Schule Frankfurt

Mein Sohn geht seit einem Jahr auf die Freie Schule Frankfurt (Vorsicht, die Webseite ist zur Zeit noch furchtbar). Diese Schule war eine der ersten Freien Alternativschulen in Deutschland und musste das mit einem zwölfjährigen Betrieb in der Illegalität bezahlen. Heute ist das zum Glück anders. Zur Feier dieses Anlasses gibt es jetzt eine Veranstaltungsreihe:

Gehorsam ohne Angst
Wie wir den Respekt unserer Kinder gewinnen, ohne Ihr Vertrauen zu verlieren.
Wolfgang Bergmann (Leiter des Instituts für Kinderpsychologie & Lerntherapie)
Donnerstag, 3.9.09 um 19:30Uhr im Saalbau Bornheim (Clubraum 1+3)
Arnsburger Strasse 24, 60386 Frankfurt a.M.

Selbstregulierung
Ich weiß, was gut für mich ist.
Gustl Marlock (Kinder & Jugendlichen Psychotherapie)
Montag, 14.9.09 um 19:30Uhr im Saalbau Bornheim (Clubraum 1+3)
Arnsburger Strasse 24, 60386 Frankfurt a.M.

Die Freiheit, Nein zu sagen
Bildung und Erziehung nach Auschwitz.
Benjamin Ortmeyer (Privatdozent an der Uni Frankfurt)
Montag, 28.9.09 um 19:30Uhr im Saalbau Bockenheim
Schwälmer Strasse 28, 60486 Frankfurt a.M.

Kompetente Kinder – Kompetente Eltern
Wie wie die Eigenverantwortung unserer Kinder stärken
Mathias Voelchert (Leiter Family Lab Deutschland)
Dienstag, 6.10.09 um 19:30Uhr im Saalbau Gutleut
Rottweiler Strasse 32, 60326 Frankfurt a.M.

Eintrittspreis für alle Verantstaltungen nach eigenem Ermessen

Es gibt auch noch ein Plakat als PDF zum bewundern.


Das Schattenkabinett der Generation C64

Ok, der Spiegel hat da einen neuen Claim aufgemacht. Wir sind jetzt also die Generation C64. Ich persönlich fand den C64 ja schon damals blöd und war mehr von der Spektrum-Fraktion. Man denke nur an das peinliche Basic und die POKE-Orgien. Aber hach, das war halt so ein bisschen wie Geha gegen Pelikan. Und Jahre später hab ich erfahren, dass man in der Floppy vom C64 Apfelmännchen berechnen konnte, wenn man der POKE-König war und das hat schon einen ziemlich hohen Geek-Credibility-Faktor. Also meinetwegen, Generation C64.

Wenn wir aber jetzt unser politisches Erwachen haben, dann sollten wir doch auch mal zeigen, dass wir den alten Recken längst das Wasser reichen können. Deswegen hier jetzt mein Schattenkabinett der Generation C64. Wie ich uns kenne, wird natürlich jeder sein eigenes aufstellen. Wer mag kann das als Stöckchen auffassen. Ich hab mir die Freiheit genommen die Aufgabenbereiche der Ministerien neu zu verteilen (und das eine oder andere neue Aufgabengebiet hinzuzufügen, das bisher vernachlässigt wurde). Wie immer bei solchen Kabinettslisten sind ein paar Prominente drauf, wo jeder schon weiß wer es werden wird aber auch ein paar Überraschungen, die noch niemand kannte (Guttenwas? Steinwer?). Falls ich jemanden vergessen hab: Sucht euch ein Ressort aus und tragt euch in den Kommentaren ein.

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Offener Brief an alle Bundestagsabgeordneten

Gerade habe ich folgende e-mail an alle Bundestagsabgeordneten verschickt. Keine Ahnung ob die das lesen. Ist mehr eine Verzweiflungsaktion. Vielleicht bringt es ja den einen oder die andere zum Nachdenken. Hier der Wortlaut:

Keinen Wahlkampf auf dem Rücken missbrauchter Kinder führen: Internetsperren sind nicht bloß unnütz, sondern schädlich.


Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Zeit berät der Bundestag über ein Gesetz zur Einführung von Internetsperren um Kinderpornographie zu bekämpfen. Ich, als Vater und Informatiker bin sehr besorgt über die Art wie diese Debatte geführt wird. Da ich mich als doppelten Experten in dieser Frage verstehe möchte ich sie bitten – neben all den breit geführten öffentlichen Diskussionen – einige Details zur Kenntnis zu nehmen, die bisher in der Debatte meiner Meinung nach zu kurz kommen. Bisher wird in der Öffentlichkeit vor allem so geredet als gäbe es ein Gegeneinander von Interessen eines freien Internets und den Interessen von missbrauchten Kindern. Als ginge es darum abzuwägen, was wichtiger ist. Ich möchte dagegen darauf aufmerksam machen, dass das geplante Gesetz nicht nur nutzlos ist, wie völlig richtig oft von dessen Gegnern behauptet, sondern sogar schädlich im Kampf gegen Kinderpornographie. Und zwar aus drei Gründen:

  1. Missbrauchsopfer werden doppelt missbraucht. Zunächst durch den eigentlichen Missbrauch, dann aber auch durch ein Klima des Schweigens in ihrem Umfeld. Niemand glaubt ihnen so recht, auch oft aus Unsicherheit wie man denn damit umzugehen hätte. Die geplanten Internetsperren funktionieren auf gesellschaftlicher Ebene ganz ähnlich wie diese Missbrauchsabwehr im Kleinen: Sie decken etwas zu, aber können nicht wirksam dagegen vorgehen und das aus einer ganz ähnlichen Unsicherheit heraus – auch wenn diese aktivistisch wirken mag.
  2. Die Täter werden gewarnt. Wenn eine Seite gesperrt wird, werden es die Betreiber der Seite sehr schnell erfahren. Sie haben dann alle Zeit der Welt auf einen anderen Server umzuziehen, Spuren zu verwischen, die Konsumenten zu warnen und andere Maßnahmen zu ergreifen, die eine Verfolgung vor Ort unmöglich machen und die nachhaltig dafür sorgen, dass das Material verfügbar bleibt.
  3. Die Sperrlisten weisen Konsumenten überhaupt erst den Weg. Wie ausgefeilt technische Sperrmaßnahmen auch immer sein mögen. Es gibt immer einen Weg sie zu umgehen. Dabei ist es nicht wichtig, wie technisch versiert die Konsumenten sind. Die Natur digitaler Kommunikation sorgt dafür, dass Material verfügbar bleibt, selbst wenn es nur einem Konsumenten gelingt die Sperren zu umgehen. So werden die Sperrlisten letzten Endes zur technischen Unterstützung für auf Kinderpornographie spezialisierte Suchprogramme. Da wird also kein Markt ausgetrocknet sondern erst einer geschaffen. Zusätzlich gibt es immer die Gefahr, dass die Sperrlisten selbst bekannt werden. In vielen Ländern, die schon Sperrlisten einsetzen, sind diese von Unbekannten veröffentlicht worden (und dabei wurde auch sichtbar, dass da meist nur zu einem Teil Kinderpornographie gelistet war).

Ich bitte Sie diese Punkte zu bedenken, wenn sie im Bundestag das Gesetz beschließen sollen. Unabhängig davon ob Ich Sie überzeugen konnte, dass die Sperren schädlich sind, ist eine breite Diskussion um diese Frage notwendig. Die missbrauchten Kinder haben mehr verdient als kurzfristigen Aktionismus, der am Ende droht nach hinten zu los zu gehen. Deswegen: Halten sie das Thema aus dem Wahlkampf heraus. Sorgen sie dafür, dass Zeit bleibt für eine breite gesellschaftliche Diskussion wie wir mit dem Thema umgehen wollen. Sorgen sie dafür, dass das Thema nicht zu Wahlkampfzwecken instrumentalisiert wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Benjamin Bärmann, Frankfurt am Main (Informatiker und Vater)


Verblüffende Fakten (7)

Macao ist ein kleines Land (ok, nicht mal wirklich ein Land). Das ist nicht das interessante. Kleine Länder gibt es viele. Dieses hat aber die verblüffende Eigenschaft zugleich das Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte und der höchsten Lebenserwartung zu sein. Vielleicht liegts ja an der florierenden Glücksspielindustrie?

Quelle