Frecher geht immer!

Wer geglaubt hatte die Sozialisierung der Verluste der Finanzbranche sei schon eine bodenlose Frechheit wird jetzt belehrt, dass es wohl offensichtlich noch frecher geht. Die Financial Times Deutschland schreibt:

Die vom US-Rettungspaket in der Finanzkrise unterstützten Banken schütten laut einem Zeitungsbericht rechnerisch mehr als die Hälfte der Milliardenhilfen als Dividenden an ihre Aktionäre aus. Statt in die dringend nötige Wiederbelebung der Kreditvergabe fließe das Geld so mit staatlichem Segen an die Anteilseigner, berichtete die „Washington Post“ am Donnerstag. Die bislang am Rettungspaket beteiligten 33 Finanzhäuser planten aktuell Quartalsdividenden von zusammen rund 7 Mrd. $. Auf die nächsten drei Jahre hochgerechnet sei das mehr als die Hälfte der vom Staat bislang in die Institute investierten Summe von gut 163 Mrd. $, so die Zeitung.

Das nenn ich mal Umverteilungspolitik!

Den Originalartikel kann man leider nicht direkt verlinken. Über die Homepage der Washington Post ist er allerdings zugreifbar.


Ich löse euch die Finanzkrise!

Na, das ist mal ein Versprechen, was? Wie soll denn das gehen? Ganz einfach: Was ist zur Zeit das Problem, dass gelöst werden muß? Genau, es herrscht kein Vertrauen mehr zwischen den Banken. Keiner traut dem anderen mehr über den Weg, weil jeder vom anderen denkt, dass er als nächstes Pleite geht. Alle Lösungsmsßnahmen die diskutiert werden, versuchen mit bizarr viel Geld dieses Grundproblem zu lösen.

Ich schlage stattdessen folgendes vor: Alle relevanten Akteure – das dürften kaum mehr als ein paar hundert Leutchen sein – treffen sich an einem schönen, gerne auch teuren Ort (noch können sie sich den ja leisten) und veranstalten dort einen Open Space zur Lösungssuche. Wenn es so nicht gelingt das Vertrauen wieder herzustellen, wird es mit keinem Geld der Welt gelingen.

He, das war ja einfach. Mein Honorar? Hm, ich gebe mich mit einem Promille der bisher eingesetzten Summen völlig zufrieden. Bin ich nicht bescheiden?


Abgründe bei der Jobsuche

Ich versuche ja gerade daran zu arbeiten, das Familieneinkommen mal wieder etwas aufzubessern. Anlässlich dessen habe ich auch mein Gulp-Profil aktualisiert. Gulp ist ja ein super Tool für IT-Freiberufler aber zumindestens heute wirklich schnarchlangsam (btw: falls jemand weiss, ob und wie ich das Profil verlinken kann, bitte melden). Beim rumklicken stoße ich dann auch noch auf so eine Aussage in einem Interview:

GULP: Und wie schaut der Markt für Teilzeitkräfte aus?
Herr Porger: Der ist verschwindend klein und wird es wohl in absehbarer Zeit auch bleiben. Dies gilt insbesondere für Aufträge aus dem Bankensektor, die in aller Regel eine tagesfüllende Beschäftigung bieten.

Tja, da hab ich wohl geloost als jemand der auf Teilzeit angewiesen ist und in Frankfurt wohnt, wo gefühlte 80% aller Aufträge aus dem Finanzsektor kommen. Jemand eine Idee für Plan B?

Aber bei Gulp kann man neben solchen deprimierenden Aussagen auch interessante Erkenntnisse gewinnen. So habe ich da in ihrem „Trend Analyzer“ jetzt gelernt, dass Perl und Ruby in Süddeutschland angesagt ist, aber Python in Norddeutschland. Das klingt logisch: Perl ist eindeutig eine katholische Programmiersprache, Python und Ruby sind evangelisch. Hier opulente Vielfalt und die Gelegenheit zu sündigen an jeder Ecke aber auch die Möglichkeit zu beichten („use strict“) und dann ist auch gut. Dort Prinzipientreue („Alles ist ein Objekt“) und Disziplinierung durch Einrückzwang. Karneval ist schliesslich auch katholisch. Und Handstände?