Der erste Hauptsatz der Mediendynamik

Stefan Ripplinger schreibt im Jungle-World-Blog:

„Je schlechter politische Kunst ist, umso genauere Aussagen macht sie über den Zustand von Kultur, Künstler, Kritik.“

Da ist was dran. Ich glaube das liegt daran, dass hier eine Mediengrenze überschritten wird. Politik lässt sich ja durchaus auch als Medium interpretieren. Und da gilt – wie in allen Medien – der „erste Hauptsatz der Mediendynamik“:

Bei jeglichen Überschreitungen von Mediengrenzen ist es immer besser mit einer schlechten Vorlage anzufangen.

Wenn ich ein schlechtes Buch verfilme ist die Gefahr hinter ihm zurückzubleiben nicht sehr groß und man kann die Vorteile des eigentlichen Mediums viel besser zum Tragen bringen. Das ist der Grund weswegen es so wenige Gute Filme von guten Büchern gibt (ganz zu schweigen vom umgekehrten Fall). Andere Beispiele: Es gibts fast keine guten Computerspieladaptionen von guten Büchern oder Filmen. Wer mal Fantasy-Rollenspiele gespielt hat (also die echten, nicht am Computer) wird den Effekt kennen: Die größte Schundliteratur kann zu einem packenden Abend werden aber die wenigen guten Fantasybücher sind fast nicht umzusetzen.

Nun ist heute das Überschreiten von Mediengrenzen ja ökonomische Pflicht. Das könnte mich jetzt zu kulturpessimistischen Tiraden verleiten, statt dessen verweise ich darauf, dass jedes Gesetz eine Ausnahme kennt und das man sich diese zum Vorbild nehmen soll. Das könnte z.B. Douglas Adams und seine vielfältigen Adaptionen von „Per Anhalter durch die Galaxis“ als Hörspiel, Computerspiel, Buch, Fernsehserie sein. Da haben sich die Medien gegenseitig befruchtet, so dass man heute garnicht mehr wirklich feststellen kann, was eigentlich das „Original“ ist.

Nein, den Film hab ich nicht gesehen.

Bildlizenz: CC-BY-NC, Quelle

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Die Leiden mit dem jungen V.

Leider bin ich ja aufgrund meiner Arbeit drauf angewiesen mit Windows zu arbeiten. Naja, gibt schlimmeres, man gewöhnt sich an alles und schließlich bin ich ja käuflich. In meiner vollkommenen Naivität hab ich gedacht, Windows mag zwar nicht das Tollste sein, aber wenn schon, dann nehm ich das Neueste. Also installierte ich mir Windows Vista 64 bit. Und damit begann ein langer Leidensweg…

Eigentlich könnte man meinen, dass die neue Version einer Software zumindestens nicht wesentlich schlechter ist als die alte. Aber inzwischen weiß ich: Das gilt überall, nur nicht bei Microsoft. Man kann ja über Windows meckern wie man will aber bis XP haben sie es immerhin noch geschafft, dass die jeweils neuere Version nicht deutlich schlechter war und zumindestens einige Verbesserungen mitgebracht hat. XP war dann sogar irgendwann halbwegs benutzbar. Irgendwer in der Beschwerdeabteilung von Microsoft muß sich gedacht haben, dass das nicht so bleiben konnte und hat uns deswegen mittels einer undurchschaubaren Firmenintrige Vista beschert. Douglas Adams zeigt sich mal wieder in all seinem Genie: Er hat ja bekanntlich am Beispiel der von ihm erfundenen Sirius Cybernetic Cooperation  vorrausgesehen, dass bald nur noch die Beschwerdeabteilungen Gewinn machen werden. Irgendwer bei Microsoft hat das Buch wohl auch gelesen. Ein Fall einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Dummerweise auf meinem Rücken!

Nun gut, langsam hab ich mich schon an den absurden allgegenwärtigen willst-du-das-auch-wirklich-Modus gewöhnt. Es dauert halt alles ein bisschen länger und hey – das gibt einem immerhin das Gefühl gebraucht zu werden. Schon ärgerlicher ist, dass so gut wie keine Software auf dieser Mistkiste läuft. Wenns denn mal eine Vista-Version gibt, dann läuft sie garantiert nicht mit 64 bit und CDs brennen wird wohl für immer unmöglich bleiben. Und WoW ruckelt auch, dabei waren doch die Spiele immer der einzige Grund für Windows!

Soweit die Vorgeschichte. Nun sagte mir mein Auftraggeber, ich soll mir mal einen VPN-Zugang in ihr Firmennetz legen. Ok, der erste Versuch scheitert erwartungsgemäß: Der Cisco-Client läuft nicht mit  64 bit. Dann wurden wir kreativ: Ich wollte mir heute VMware Server installieren um dann über meine Linux-Partition mit dem Linux-Client von Cisco ins VPN zu kommen… ihr ahnt das Ergebnis wohl schon: VMware Server läuft nicht.

Das einzige was jetzt noch bleibt ist wahrscheinlich das Virtualisierungstool von Microsoft, das aber natürlich kein Linux kann, womit ich gezwungen werde mein geliebtes Ubuntu mit XP zu überbraten. Danke, Microsoft! Selten so gehasst.

Falls irgendwer eine Idee hat, wie ich aus diesem Dilemma rauskomme: Bitte melden! Einfach XP drüberbratzeln wäre sehr aufwendig, weil sich halt inzwischen schon einiges auf dem Rechner angesammelt hat.


Richard Dawkins für den militanten Atheismus

Sehr schöner Vortrag. Zum Beispiel das hier: „We are all atheists about most of the gods humanity has ever believed in. Some of us go just one god further.“ Und es gibt sogar ein langes Zitat von Douglas Adams, was will man mehr.