35 Jahre Freie Schule Frankfurt

Mein Sohn geht seit einem Jahr auf die Freie Schule Frankfurt (Vorsicht, die Webseite ist zur Zeit noch furchtbar). Diese Schule war eine der ersten Freien Alternativschulen in Deutschland und musste das mit einem zwölfjährigen Betrieb in der Illegalität bezahlen. Heute ist das zum Glück anders. Zur Feier dieses Anlasses gibt es jetzt eine Veranstaltungsreihe:

Gehorsam ohne Angst
Wie wir den Respekt unserer Kinder gewinnen, ohne Ihr Vertrauen zu verlieren.
Wolfgang Bergmann (Leiter des Instituts für Kinderpsychologie & Lerntherapie)
Donnerstag, 3.9.09 um 19:30Uhr im Saalbau Bornheim (Clubraum 1+3)
Arnsburger Strasse 24, 60386 Frankfurt a.M.

Selbstregulierung
Ich weiß, was gut für mich ist.
Gustl Marlock (Kinder & Jugendlichen Psychotherapie)
Montag, 14.9.09 um 19:30Uhr im Saalbau Bornheim (Clubraum 1+3)
Arnsburger Strasse 24, 60386 Frankfurt a.M.

Die Freiheit, Nein zu sagen
Bildung und Erziehung nach Auschwitz.
Benjamin Ortmeyer (Privatdozent an der Uni Frankfurt)
Montag, 28.9.09 um 19:30Uhr im Saalbau Bockenheim
Schwälmer Strasse 28, 60486 Frankfurt a.M.

Kompetente Kinder – Kompetente Eltern
Wie wie die Eigenverantwortung unserer Kinder stärken
Mathias Voelchert (Leiter Family Lab Deutschland)
Dienstag, 6.10.09 um 19:30Uhr im Saalbau Gutleut
Rottweiler Strasse 32, 60326 Frankfurt a.M.

Eintrittspreis für alle Verantstaltungen nach eigenem Ermessen

Es gibt auch noch ein Plakat als PDF zum bewundern.

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Erholungspause (5)

(via neingeist)


Nackt in München

Mit der Münchner Obrigkeit(shörigkeit) hab ich ja auch schon so meine Erfahrungen gemacht. Da wird man gerne mal wegen leicht abweichendem Verhalten angemacht. Bei mir war es vor zig Jahren eine zerrissene Hose und ein Einrad in der Fußgängerzone.

Einer Mutter, deren Kleinkind sich nicht anziehen lassen wollte, droht dort jetzt sogar eine Anzeige. In den Kommentaren zu einem Zeitungsbericht bricht sich der Volkszorn auf widerlichste Weise Bahn. In einem Bloginterview beschreibt die Mutter ihre Sicht der Dinge. Sie betont das Persönlichkeitsrecht ihres Kindes. Ihren Worten ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen. (via)


Große Kunst mit kleinem Zug!

Lino guckt ja grad sehr gerne Kugelbahnen und Holzeisenbahnen auf YouTube an. Das ist für mich natürlich manchmal nicht so wirklich spannend. Aber unter all dem skurilen Zeugs findet man dann dabei doch auch mal wieder solche Perlen:

Selten wurde mit so feinfühligen Mitteln (die Musik! die wechselnden Wagen!) der Übergang vom Fordismus (Fabrik!) zum Postfordismus (Spiel!) so treffend dargestellt. Ich bin zutiefst berührt.


Ferkelbuch again

Ich schrieb ja vor einiger Zeit hier über den Indizierungsfall mit dem Ferkelbuch. Jetzt – wo das ja schon lange niemanden mehr interessiert – ist in der Jungle World ein interessantes Dossier (erst morgen online) zum Thema erschienen. Dort wird zum einen ausführlich argumentiert, warum das Buch eben doch antisemitische Elemente enthält und zum anderen wird generell diese Strömung der Religionskritik und ihre Verbindungen zu Euthanisiebefürwortern, Esoterikern und Tierrechtlern auseinandergenommen. Das ist in weiten Teilen interessant, wenn auch sicher das eine oder andere mal etwas pauschalisierend.
Hauptziel all dieser Attacken ist der Autor Schmidt-Salomon. Leider regt sich niemand über den furchtbaren Zeichenstil auf. Ich bin ja geschädigt von diesen quietschebunten Kinderbüchern. Form und Inhalt finden da ja so garnicht zusammen.

… ein Argument für eine Indizierung entnehme ich dem allen jedoch immer noch nicht. Wenn diese Maßstäbe für eine Indizierung ausreichen würden, dann müsste man wohl die Hälfte aller Druckerzeugnisse indizieren. Damit kein Mißverständnis aufkommt: Das spricht nicht für das Ferkelbuch sondern gegen die Druckerzeugnisse. Trotzdem ist Indizierung einfach überzogen.

Fazit für mich aus der ganzen Affaire: Es wäre Zeit für ein religionskritisches Kinderbuch. Das Ferkelbuch ist an dieser Aufgabe gescheitert – inhaltlich und formal. Indizieren muß man es deswegen aber sicher nicht, im Gegenteil hat die Beantragung der Indizierung dem Buch eine unverdiente Aufmerksamkeit gebracht (Ja, da bin ich auch nicht unschuldig dran).


Connie, mit der Scheiße im Haar

Eigentlich wollte ich darüber bloggen, dass ich gerade gefühlte hundert mal am Tag eine Kinder-Hörspiel-CD namens „Connie backt Pizza“ hören muß und daß es im Intro-Lied dort heißt „Connie – mit der Schleife im Haar“, was ich aber auch nach widerholtem angestrengtem hinhören einfach nicht anders hören kann als „Connie – mit der Scheiße im Haar“. Frauke geht es genauso, die behauptet sogar das sei Absicht.

Als ersten Schritt zu so einem weltbewegenden Blogposting braucht es natürlich eine gründliche Recherche! Also hab ich einfach mal nach „Connie mit der Scheiße im Haar“ gegoogelt (Das war der Punkt wo ich mir genüßlich die Augen des Webmasters bei der Durchsicht der Refererstatistiken vorgestellt habe) … und siehe da, ich bin nicht alleine. Es geht auch anderen so. Und die können das alles auch noch viel schöner in Worte fassen, als ich es je könnte. Also lass ich es und verlinke einfach.


Der heilige Berg

Mein dreijähriger Sohn sagte heute morgen zu Frauke: „Du bist ein heiliger Berg“. Ok, sie war wenig geschmeichelt. Ich war dann auch schnell ein „heiliger Berg“ und er fing an auf uns im Bett rumzuklettern. Wir waren etwas verwirrt, woher er diese Idee vom heiligen Berg hatte. Frauke verdächtigte sofort World of Warcraft, aber da gibt es meines Wissens nach keinen heiligen Berg. An die Sittenwächter: Nein, mein Dreijähriger spielt nicht WoW, er guckt nur manchmal zu, wenn ich rumfliege.

Als wir ihn gefragt haben, wo er das her hatte, brachte er irgendwann ein Buch an. Erstaunlicherweise eines, das zwar bei ihm im Zimmer steht, dass wir ihm aber noch nie vorgelesen haben. Ist ja auch kein Bilderbuch und nicht wirklich altersgemäß. Auf dem Cover war auch kein Berg zu erkennen oder so. Trotzdem war es ein Volltreffer.