WoW-Sucht, ja Bitte!

Telepolis schreibt über „online Sucht“:

Etwas Positives wenigstens hat die Mediensucht, jedenfalls laut dem Schweizer Psychologen Franz Eidenbenz. Der nahm auf der Berliner Konferenz den Begriff Suchtberatung wörtlich und machte die ironische Bemerkung:


Wenn mich jemand fragen würde, was für eine Abhängigkeit soll ich mir zulegen, dann sage ich: Ja, nehmen Sie doch die Online-Sucht! Das ist billig, unauffällig und wirkt auf den ersten Blick positiv, wenn sie stundenlang vor dem Rechner sitzen.

Dem kann ich nur zustimmen. Meine eigenen Erfahrungen mit dieser Droge sind auch sehr positiv. Ich hab mal ein paar Monate lang intensiv World of Warcraft gespielt. Und ich war wohl wirklich ein bisschen süchtig. In der Zeit habe ich vor allem andere freiwillige Aktivitäten eingestellt. Go-Spielen oder bloggen viel da fast völlig aus. Ok, das mit dem „auf den ersten Blick positiv“ funktioniert natürlich nur bei Leuten, die 1. generell mit dem Computer etwas für sie positives verbinden und 2. keinen blassen Schimmer haben, was man damit alles machen kann. Das dürfte eine seltener werdende Mischung sein.

Ich würde etwas anderes in den Vordergrund rücken: Es ist eine extrem „weiche“ Droge in dem Sinn, dass man wirklich leicht wieder runter kommt. Bei mir hat es gereicht, dass ich einmal meinen Account nicht online verlängern konnte, weil gerade ein Server kaputt war. Dann bin ich zufällig im Anschluss ein paar Tage in Urlaub gefahren und hinterher fand ich WoW nur noch langweilig und hatte keine Lust mehr.

Hm, jetzt wo ich so drüber schreib… vielleicht hol ich mir doch mal wieder ’ne Game-Card… Hm… und außerdem garantiert Blizzard nur 6 Monate lang, dass der Charakter nicht gelöscht wird und es wäre doch wirklich schade um meinen Druiden mit seiner lustigen Maske… *zitter* Schließlich kann ich jederzeit wieder aufhören! 😉

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Empathie für alle

Noch so ein netter TED-Vortrag. Der Psychologe Daniel Golman über Waren-Monaden (auch wenn er sie nicht so nennt). Sein Tip: Einfach mal nicht an sich selber denken. Das Problem mit den Menschen ist nämlich nicht, dass sie nicht empathisch wären, dass sind die allermeisten und die, die es nicht sind, sind echte Psychopathen. Das Problem ist, dass wir unser Gegenüber oft schlicht übersehen, weil wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt sind. Die Buddhisten würden es wohl Achtsamkeit nennen.


Programmieren und Magie

Es gibt da eine ganz komische Magie der Problemlösung. Am häufigsten merke ich das beim Programmieren. Ich quäle mich mit einem Problem rum, mal Minuten, mal Tage, mal sind es einfache Probleme, mal schwere. Irgendwann komme ich an einen Punkt, an dem ich nicht mehr weiter komme und mir fachmänische Hilfe suche. Ich frage also irgendjemanden, von dem ich meine dass er oder sie mir helfen könnte, weil er oder sie sich besser mit diesem speziellen Problem oder dieser speziellen Programmiersprache auskennt. Ganz oft ist das dann schon der Moment an dem ich selbst die Lösung finde. Scheinbar löst schon das Sich-eingestehen der Unvollkommenheit und der Hilfebedürftigkeit oft die Denkblockade auf, was immer das auch gerade gewesen sein mag. Vielleicht ist es nur ein Spezialfall des Problems, dass man etwas erst dann erreicht, wenn man es nicht mehr ums verrecken erreichen will (das meinte Frauke). Oder ich muss einfach früher fragen (das meinte Thomas). Geht euch das auch manchmal so (sei es jetzt beim Programmieren oder bei irgend etwas anderem) oder ist das eine spezielle Benni-Krankheit?

And now to something completely different: In einem Blog-Eintrag zum Thema „Programmieren und Magie“  darf der Hinweis natürlich nicht fehlen, dass Perl, die erste potstmoderne Programmiersprache (und immer noch ungeschlagene Führerin in dieser Disziplin),  heute 20 Jahre alt wird! Ganz schön alt fühlt man sich da…