Bundesverfassungsgericht für Menschenzucht

Das in letzter Zeit ja zu unrecht so viel gelobte Bundesverfassungsgericht hat sich jetzt einen wirklichen Hammer geleistet. Zum einen fällt es die mir nicht nachvollziehbare Entscheidung, dass einvernehmlicher Geschlechtsverkehr unter Geschwistern weiter strafbar bleibt. Das an sich finde ich schon skandalös. Wirklich krass wird es aber, wenn man sich Teile der Begründung ansieht, so heisst es da:

„Der Gesetzgeber hat sich zusätzlich auf eugenische Gesichtspunkte gestützt und ist davon ausgegangen, dass bei Kindern, die aus einer inzestuösen Beziehung erwachsen, wegen der erhöhten Möglichkeit der Summierung rezessiver Erbanlagen die Gefahr erheblicher Schädigungen nicht ausgeschlossen werden könne. Im medizinischen und anthropologischen, von empirischen Studien gestützten Schrifttum wird auf die besondere Gefahr des Entstehens von Erbschäden hingewiesen.“

Das heisst also man darf jedem Sex verbieten, nur wenn die Gefahr besteht, dass dabei „erhebliche Schädigungen“ auftreten können? Als nächstes dürfen dann Behinderte nicht mehr miteinander? Hatten wir das nicht schon mal? Ich schließe mich da lieber diesem Absatz in der Wikipedia an (den NPOV-Konjunktiv denkt euch einfach weg):

„In neuerer Zeit wird verschiedentlich argumentiert, dass das Inzestverbot im Prinzip überflüssig sei, da die genetisch bedingten Risiken für den aus Inzest resultierenden Nachwuchs bekannt seien und das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung höher zu werten sei. Zudem sei das Ziel eines solchen Verbots unklar, da die Verhütung potenziell erbkranken Nachwuchses kein Ziel des Staates sei. Es gilt aber in jedem Fall als notwendig, alle Inzestwilligen über diese Risiken und ihre Vermeidung (mittels Empfängnisverhütung) aufzuklären.“

klingt doch eigentlich völlig logisch.

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Beschwerdeführer Nummer 28888 gegen die Vorratsdatenspeicherung

Na, das ist ja mal lustig. Eine Schnapszahl als Nummer in der „größten Verfassungsbeschwerde aller Zeiten“, wie ich heute erfahre. Wenn das mal kein gutes Omen ist! Und jetzt kommt mir nicht mit so kleinlichen Einwänden, wie dass ja schließlich irgendwer immer die Nummer gekriegt hätte. Bin ich etwa irgendwer?