Symboljournalismus

Die Financial Times Deutschland schrieb in ihrem – im übrigen informativen – Finanzkrisenticker bis vor einigen Tagen immer noch den Schlußsatz:

„FTD.de protokolliert die dramatischen Ereignisse der Finanzkrise.“

Der Satz war schon immer nervig und überflüssig in seiner Wiederholung. Seit ein paar Tagen heisst es aber nun immer

„FTD.de protokolliert die bewegenden Ereignisse der Finanzkrise.“

Ob sie da wohl jemand an ihre gesellschaftliche Verantwortung errinnert hat? Bloß keine Panikmache? „Bewegend“ klingt irgendwie … nun … eben undramatischer. Einerseits. Andererseits zeigt es ja gerade erst die Dramatik auf, dass uns sowas bewegt. Unser emotionaler Haushalt wird beeinflußt von diesen Vorgängen. Warum eigentlich? Weil unser Leben dran hängt. Und das finde ich ziemlich dramatisch.

PS.: Für alle Bedeutungswirbel-Leser, die sich für die Finanzkrise interessieren aber nicht auch keimform.de lesen (Hm, gibts die? Ist der Plural angemessen?). Ich hab dort was über die Krise geschrieben.

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Empathie für alle

Noch so ein netter TED-Vortrag. Der Psychologe Daniel Golman über Waren-Monaden (auch wenn er sie nicht so nennt). Sein Tip: Einfach mal nicht an sich selber denken. Das Problem mit den Menschen ist nämlich nicht, dass sie nicht empathisch wären, dass sind die allermeisten und die, die es nicht sind, sind echte Psychopathen. Das Problem ist, dass wir unser Gegenüber oft schlicht übersehen, weil wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt sind. Die Buddhisten würden es wohl Achtsamkeit nennen.