Bedeutungswirbel

bloggen im Laboratorium

Das Schattenkabinett der Generation C64

Verfasst von Benni am Juni 3, 2009

Ok, der Spiegel hat da einen neuen Claim aufgemacht. Wir sind jetzt also die Generation C64. Ich persönlich fand den C64 ja schon damals blöd und war mehr von der Spektrum-Fraktion. Man denke nur an das peinliche Basic und die POKE-Orgien. Aber hach, das war halt so ein bisschen wie Geha gegen Pelikan. Und Jahre später hab ich erfahren, dass man in der Floppy vom C64 Apfelmännchen berechnen konnte, wenn man der POKE-König war und das hat schon einen ziemlich hohen Geek-Credibility-Faktor. Also meinetwegen, Generation C64.

Wenn wir aber jetzt unser politisches Erwachen haben, dann sollten wir doch auch mal zeigen, dass wir den alten Recken längst das Wasser reichen können. Deswegen hier jetzt mein Schattenkabinett der Generation C64. Wie ich uns kenne, wird natürlich jeder sein eigenes aufstellen. Wer mag kann das als Stöckchen auffassen. Ich hab mir die Freiheit genommen die Aufgabenbereiche der Ministerien neu zu verteilen (und das eine oder andere neue Aufgabengebiet hinzuzufügen, das bisher vernachlässigt wurde). Wie immer bei solchen Kabinettslisten sind ein paar Prominente drauf, wo jeder schon weiß wer es werden wird aber auch ein paar Überraschungen, die noch niemand kannte (Guttenwas? Steinwer?). Falls ich jemanden vergessen hab: Sucht euch ein Ressort aus und tragt euch in den Kommentaren ein.

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Offener Brief an alle Bundestagsabgeordneten

Verfasst von Benni am Mai 28, 2009

Gerade habe ich folgende e-mail an alle Bundestagsabgeordneten verschickt. Keine Ahnung ob die das lesen. Ist mehr eine Verzweiflungsaktion. Vielleicht bringt es ja den einen oder die andere zum Nachdenken. Hier der Wortlaut:

Keinen Wahlkampf auf dem Rücken missbrauchter Kinder führen: Internetsperren sind nicht bloß unnütz, sondern schädlich.


Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Zeit berät der Bundestag über ein Gesetz zur Einführung von Internetsperren um Kinderpornographie zu bekämpfen. Ich, als Vater und Informatiker bin sehr besorgt über die Art wie diese Debatte geführt wird. Da ich mich als doppelten Experten in dieser Frage verstehe möchte ich sie bitten – neben all den breit geführten öffentlichen Diskussionen – einige Details zur Kenntnis zu nehmen, die bisher in der Debatte meiner Meinung nach zu kurz kommen. Bisher wird in der Öffentlichkeit vor allem so geredet als gäbe es ein Gegeneinander von Interessen eines freien Internets und den Interessen von missbrauchten Kindern. Als ginge es darum abzuwägen, was wichtiger ist. Ich möchte dagegen darauf aufmerksam machen, dass das geplante Gesetz nicht nur nutzlos ist, wie völlig richtig oft von dessen Gegnern behauptet, sondern sogar schädlich im Kampf gegen Kinderpornographie. Und zwar aus drei Gründen:

  1. Missbrauchsopfer werden doppelt missbraucht. Zunächst durch den eigentlichen Missbrauch, dann aber auch durch ein Klima des Schweigens in ihrem Umfeld. Niemand glaubt ihnen so recht, auch oft aus Unsicherheit wie man denn damit umzugehen hätte. Die geplanten Internetsperren funktionieren auf gesellschaftlicher Ebene ganz ähnlich wie diese Missbrauchsabwehr im Kleinen: Sie decken etwas zu, aber können nicht wirksam dagegen vorgehen und das aus einer ganz ähnlichen Unsicherheit heraus – auch wenn diese aktivistisch wirken mag.
  2. Die Täter werden gewarnt. Wenn eine Seite gesperrt wird, werden es die Betreiber der Seite sehr schnell erfahren. Sie haben dann alle Zeit der Welt auf einen anderen Server umzuziehen, Spuren zu verwischen, die Konsumenten zu warnen und andere Maßnahmen zu ergreifen, die eine Verfolgung vor Ort unmöglich machen und die nachhaltig dafür sorgen, dass das Material verfügbar bleibt.
  3. Die Sperrlisten weisen Konsumenten überhaupt erst den Weg. Wie ausgefeilt technische Sperrmaßnahmen auch immer sein mögen. Es gibt immer einen Weg sie zu umgehen. Dabei ist es nicht wichtig, wie technisch versiert die Konsumenten sind. Die Natur digitaler Kommunikation sorgt dafür, dass Material verfügbar bleibt, selbst wenn es nur einem Konsumenten gelingt die Sperren zu umgehen. So werden die Sperrlisten letzten Endes zur technischen Unterstützung für auf Kinderpornographie spezialisierte Suchprogramme. Da wird also kein Markt ausgetrocknet sondern erst einer geschaffen. Zusätzlich gibt es immer die Gefahr, dass die Sperrlisten selbst bekannt werden. In vielen Ländern, die schon Sperrlisten einsetzen, sind diese von Unbekannten veröffentlicht worden (und dabei wurde auch sichtbar, dass da meist nur zu einem Teil Kinderpornographie gelistet war).

Ich bitte Sie diese Punkte zu bedenken, wenn sie im Bundestag das Gesetz beschließen sollen. Unabhängig davon ob Ich Sie überzeugen konnte, dass die Sperren schädlich sind, ist eine breite Diskussion um diese Frage notwendig. Die missbrauchten Kinder haben mehr verdient als kurzfristigen Aktionismus, der am Ende droht nach hinten zu los zu gehen. Deswegen: Halten sie das Thema aus dem Wahlkampf heraus. Sorgen sie dafür, dass Zeit bleibt für eine breite gesellschaftliche Diskussion wie wir mit dem Thema umgehen wollen. Sorgen sie dafür, dass das Thema nicht zu Wahlkampfzwecken instrumentalisiert wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Benjamin Bärmann, Frankfurt am Main (Informatiker und Vater)

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Verblüffende Fakten (7)

Verfasst von Benni am Mai 17, 2009

Macao ist ein kleines Land (ok, nicht mal wirklich ein Land). Das ist nicht das interessante. Kleine Länder gibt es viele. Dieses hat aber die verblüffende Eigenschaft zugleich das Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte und der höchsten Lebenserwartung zu sein. Vielleicht liegts ja an der florierenden Glücksspielindustrie?

Quelle

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Der Kinderschutzbund erweist den Kindern einen Bärendienst

Verfasst von Benni am Mai 15, 2009

Der Deutsche Kinderschutzbund unterstützt die Internetsperren. Damit wenden sie sich nicht nur gegen das Internet – was man ihnen nicht verübeln könnte, schließlich heißen sie nicht Internetschutzbund. Schwerer wiegt, dass sie sich damit auch gegen die Kinder wenden. “Warum dass?” Fragt der unbedarfte Beobachter. Ganz einfach: Diese Sperren sind nichts anderes als eine Hinweisliste für Freunde der Kinderpornographie. Früher oder später werden die Sperrlisten an die Öffentlichkeit kommen (und im Falle eines “unabhängigen” Gremiums, dass sich die vermeintlichen Kinderschützer wünschen eher früher als später). Das Beispiel aus anderen Ländern hat das gezeigt. Und selbst wenn das nicht passieren sollte, kann man Suchmaschinen bauen, die nach den BKA-Stoppseiten Ausschau halten, diese dann umgehen und dem Klientel zur Verfügung stellen. Und dieses Verfahren funktioniert völlig unabhängig von der eingesetzten Sperrtechnik (Auch hier nützt eine schärfere Technik, wie sie sich der Kinderschutzbund wünscht nicht, schadet aber umso mehr dem freien Netz).

Angesichts dieses Zusammenhangs ist “unsere” Kommunikation noch viel zu defensiv: Die Sperren nützen nicht nur nix, sie schaden nicht nur dem freien Internet, sondern auch den Kindern und nützen den Konsumenten von Kinderpornographie!

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Mein Wahlaufruf zur Europawahl

Verfasst von Benni am Mai 12, 2009

Aber was soll man bloß wählen? Ist doch alles das gleiche blöde Politikerpack!

Also, das ist doch ganz einfach! Ich mach mal den Erklärbär:

Die Grünen? Nee, die sind seit Kosovo bekanntlich einfach unwählbar. Und dass sie sich jetzt programmatisch wieder mehr den sozialen Bewegungen anbiedern ist nur peinlich und man merkt ihren Chefs ja auch förmlich an, dass sie ja schon wissen wie man mit sowas umgeht, wenn es denn dann mal Ernst werden sollte. Also: Unwählbar!

Die Linke? Denen geht es zu gut. Ich bin ja dafür, dass sie im Parlament sind, aber mehr muss auch nicht sein, so lange sie diese tendenziell kryptonationalistische, arbeitsfetischistische, micronationalbolschewistische Poltitk betreiben, die sich insbesondere in ihrem Chef Lafontaine manifestiert. Die emanzipatorischen Kräfte in dieser Partei sind zur Zeit eher auf dem Rückzug. Die wähl ich erst wieder, wenn sie drohen unter 5% zu fallen und dann auch vor allem um die gute Arbeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung indirekt zu unterstützen.

SPD? Haha, war nur nen Witz. Höchstens aus Mitleid.

Irgendwelche Splitterparteien? Macht nicht wirklich einen Sinn. Mit einer Ausnahme:

Die Piraten! Natürlich kommen sie nicht über 5% (außer in Schweden, da sind sie inzwischen nach Mitgliedern drittgrößte Partei! – womit übrigens ihr Einzug ins Europaparlament fast sicher ist). Aber 0.5% wären auch schon ein Erfolg, das gibt nämlich Wahlkampfkostenerstattung und damit Geld für die wichtige neue Bewegung für Bürgerrechte, Datenschutz und ein freies Internet. Und das ist sehr realistisch, die Piraten erhalten gerade massiv Zulauf. Wir stehen da nämlich zur Zeit wirklich am Scheideweg zwischen neuen Möglichkeiten der Kooperation und neuen Möglichkeiten der Kontrolle. Die Eliten fangen gerade an aufzuwachen und zu merken, dass das Internet tatsächlich eine Bedrohung für sie sein könnte. Deswegen ist diese Bewegung genau jetzt so wichtig.

(Ihr habt doch alle die Petition unterzeichnet, ja?)

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verblüffende Fakten (6)

Verfasst von Benni am Mai 3, 2009

Bis ins 19. Jahrhundert hinein ist die Artenvielfalt in Europa kontinuierlich gestiegen und zwar nicht trotz sondern wegen des Menschen. Ein vorher einheitlicher Lebensraum (Wald, Wald und nochmals Wald) wurde durch den zunehmenden Ackerbau kleinteilig parzelliert und es entstanden ganz neue Lebensräume (Hecken, Wiesen, Felder), die zur Einwanderung von Arten aus anderen Regionen führten.

Offene Frage: Wie passt das zum verblüffenden Fakt Nr. 2?

Quelle: “Die Grenzen des Kapitalismus” S.36

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Was ist das Gegenteil von Weihnachten?

Verfasst von Benni am April 11, 2009

In dieser Frage herrscht eine nicht mehr länger hinzunehmende Unklarheit. Wir werden das jetzt ein für alle mal hier basisdemokratisch-verbindlich festlegen:

Begründungen und alternative Antworten bitte in den Kommentaren hinterlassen.

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Twitter Glaubensbekenntnisse

Verfasst von Benni am April 5, 2009

Nach Stefans grandiosem Vorbild hab ich mal bei Google nach “Twitter ist” gesucht und die Ergebnisse nur leicht überarbeitet. Here we go:

  • Twitter ist derzeit en vogue.
  • Twitter ist nicht genug.
  • Twitter ist ein soziales Netzwerk und ein Microbloggingdienst.
  • Twitter ist in Ruby on Rails geschrieben.
  • Twitter ist doch eh tot.
  • Twitter ist Schuld an der Wirtschaftskrise!
  • Twitter ist eine Infrastruktur, eine technische Plattform.
  • Twitter ist mobil und flexibel.
  • Twitter ist noch lange nicht am Ende.
  • Twitter ist nicht dasselbe.
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140-Zeichen-Alliterationen

Verfasst von Benni am März 18, 2009

Aus einer spontanen Idee geboren machen wir gerade bei Bleeper/Twitter ein kleines Spielchen: Für jeden Buchstaben des Alphabets eine Alliteration mit genau 140 Zeichen. Ich dokumentiere das mal hier, damit es nicht im Orkus des Webs verschwindet:

A B C D E F G H H I I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z.

Fehlende Buchstaben werden bei Erscheinen dann noch nachgetragen. Mitmachen ausdrücklich erwünscht. Gerne auch Doppelte.

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Erholungspause (5)

Verfasst von Benni am Februar 25, 2009

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